Archiv für Oktober 2010

Der Mordverdächtige Daniel K. – ein Neonazi

Es gebe kein eindeutiges Tatmotiv, sagt die Staatsanwaltschaft. Doch zumindest Daniel K. kann eine Neonazi-Karriere nachgewiesen werden:

„Der Verdächtige Daniel K. aus Leipzig war etwa in den Jahren 2002 bis 2007 im Raum Aachen, Mönchengladbach und Düren in der Neonazi-Szene involviert. Zeitweise war er Mitglied der eng mit der NPD verwobenen Neonazi-Bande ‚Kameradschaft Aachener Land‘ (KAL), nahm an Aufmärschen und anderen Treffen teil. Der 28-Jährige sitzt nun in Leipzig in Untersuchungshaft, weil er mit dem 32-jährigen Erfurter Marcus E. in der Nacht zum Sonntag im Zuge eines Streites einen 19-jährigen Iraker erstochen haben soll.“

Mehr dazu bei Blick nach rechts. Auch die Aachener Nachrichten berichten über die eindeutigen Intentionen des Daniel K.:

„Im Februar 2007 verurteilte das Landgericht Aachen K. gemeinsam mit dem KAL-‘Kameradschaftsführer‘, René L., wegen unterlassener Hilfeleistung, weil sie nach einem Saufgelage einen ‚Kameraden‘ nicht daran gehindert hatten, seine schwangere Freundin zu misshandeln. Mitte 2007 folgte gegen K. zudem ein Urteil wegen einer Geiselnahme in Stolberg sowie Körperverletzung. K. war deswegen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden.“

Wie aus diesen Berichten auch hervorgeht, war Daniel K. ein Anhänger der Todesstrafe.

Pressemitteilung: Demnächst Demonstration nach rassistischem Mord in Leipzig

Demnächst Demonstration nach rassistischem Mord in Leipzig

Mit einer antirassistischen Demonstration durch die Leipziger Innenstadt soll am kommenden Donnerstag, 4. November, auf die Ermordung des gebürtigen Irakers Kamal K. aufmerksam gemacht werden. Der 19-Jährige war in der Nacht zum 24. Oktober von zwei deutschen Rassisten vor dem Hauptbahnhof mit einem Messer attackiert und getötet worden.

Die Demonstration steht unter dem Motto „Angst und Trauer überwinden – Zusammen gegen Rassismus kämpfen“, wird vom Leipziger „Initiativkreis Antirassismus“ veranstaltet und von weiteren antirassistischen, zivilgesellschaftlichen und und migrantischen Initiativen unterstützt. Beginn ist um 17.30 Uhr am Südplatz (Südvorstadt). Die Route wird unter anderem am Hauptgebäude der LVZ, dem Neuen Rathaus und einer Polizeiwache vorbeiführen und dort enden, wo Kamal auf seine Mörder getroffen ist.

„Mit der Demonstration wollen wir an Kamal erinnern und die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Migrant_innen in Leipzig tagtäglich von Ausgrenzung betroffen sind“, sagt Miriam Schleicher vom Initiativkreis Antirassismus Leipzig. „Das Problem heißt Rassismus. Dazu zählen aber nicht nur Neonazis, die auf Ausländerhatz gehen, sondern auch die Diskriminierung in Behörden, ausländerfeindliche Gesetze und abwertende Alltagspraxen einiger Teile der hiesigen Bevölkerung.“ Der Initiativkreis setzt sich in einem eigenen Demonstrations-Aufruf mit diesen Erscheinungen auseinander. Der Aufruf kann im Internet abgerufen werden: http://initiativkreis.blogsport.de

„Uns ist beim Fall Kamal auch aufgefallen, dass die Medien ihrer Verantwortung, rassistische Bedrohungen adäquat darzustellen, nicht immer gerecht werden“, sagt Schleicher. Von Kamals Tod wurde kaum Notiz genommen und in der Lokalberichterstattung spielten die eindeutigen Hinweise auf ein rassistisches Tatmotiv kaum eine Rolle. „Das ist unverständlich, denn die traurige Statistik besagt, dass Kamal allein in Leipzig das mittlerweile sechste Opfer nazistisch und rassistisch motivierter Gewalt seit 1990 ist.“


– Vertreter_innen der Medien sind bei der Demonstration willkommen und benötigen keine Akkreditierung. Bitte respektieren Sie jedoch den Wunsch vieler Teilnehmer_innen, von diesen keine Nah- und Porträtaufnahmen anzufertigen. Für Rückfrage stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. –

Antirassistische Demonstration am 4. November

Vor wenigen Tagen, in der Nacht zum 24. Oktober, starb unser Freund und Kollege Kamal. Zwei deutsche Rassisten haben den 19-Jährigen vor dem Hauptbahnhof mit einem Messer angegriffen und mehrfach auf ihn eingestochen. Kamal erlag kurze Zeit später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Sie wurden ihm zugefügt, weil ihn seine Mörder nicht für „deutsch“ gehalten haben – Kamal kam aus dem Irak. Wir trauern um ihn. Er ist nunmehr der sechste Mensch, der allein in Leipzig seit 1990 durch nazistisch und rassistisch motivierte Gewalt ums Leben gekommen ist.

Rassismus und Erfahrungen von Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt sind trauriger Alltag für Migrantinnen und Migranten, auch in Leipzig. Kamal musste für diese Verhältnisse mit seinem Leben bezahlen. So etwas werden wir nicht länger hinnehmen. Deshalb laden wir euch ein, mit uns am Donnerstag, 4. November, lautstark und kraftvoll in der Innenstadt zu demonstrieren. Unsere Aufgabe heißt: Rassismus den Boden entziehen, Rassisten niemals und nirgends gewähren lassen. Unsere Solidarität gilt den Opfern rassistischer Angriffe!

Kommt zur antirassistischen Demonstration:
Angst und Trauer überwinden – Zusammen gegen Rassismus kämpfen
Treff: Donnerstag, 4. November 2010 / 17.30 Uhr / Südplatz

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