Kamal K. – Sachsens Innenminister ist schneller als die Justiz

Auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz nach “Tötungsdelikten aus rassistischen, fremdenfeindlichen rechtsorientierten und/ oder antisemitischen Gründen in Sachsen im Jahr 2010″ (Link) antwortet Sachsen Innenminister Markus Ulbig klar und bestimmt: “Im Jahr 2011 wurden keine Tötungsdelikte aus rassistischen, fremdenfeindlichen rechtsorientierten und/ oder antisemitischen Gründen bekannt.”

Damit urteilt der CDU-Politiker auch über den Mord an Kamal K. Der 19-jährige war im Oktober 2010 von zwei mit der Neonaziszene verquickten Männern angegriffen und schlussendlich erstochen wurden. Über einen rassistischen Hintergrund der Tat wurde viel diskutiert, dem Initiativkreis Antirassismus, der die Vermutung artikulierte und mit Belegen und Argumenten untermauerte, vorgeworfen, dass er vorschnell urteile.
Innenminister Ulbig allerdings, der zweifelsohne eine andere Stellung hat als der Kreis ehrenamtlich antirassistisch Engagierter, erhebt die Option eines unpolitischen Mordes nun zu einem staatlich anerkannten Fakt. Nebenbei greift er dem in Kürze beginnenden Prozess gegen Marcus E. (der das Messer geführt haben soll) und Daniel K. (gegen den nur noch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt wird) vor.
Widerspruch ist angesagt. Gemeinsam mit der Familie von Kamal wird der Initiativkreis Antirassismus den Prozess – auch politisch – begleiten.