Prozessauftakt gegen die Mörder von Kamal K.

Am 17.6.2011 wurde am Leipziger Landgericht der Prozess gegen die beiden Mörder von Kamal K. eröffnet. Die Familie und FreundInnen des Ermordeten sowie zahlreiche Menschen, die sich mit ihnen solidarisch erklärten, waren im und vor dem Landgericht präsent.

Daniel K. und Marcus E. wird vorgeworfen den erst 19-jährigen Kamal in der Nacht vom 23. zum 24.10.2011 in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes erst zusammengeschlagen und dann erstochen zu haben. Der aus Erfurt stammende Marcus E. (32) soll das Messer geführt haben, während Daniel K. (28) Kamal mittels Pfefferspray außer Gefecht setzte und damit die Voraussetzungen für die Messerstiche schuf. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet einerseits für K. gefährliche Körperverletzung und für E. gefährliche Körperverletzung und Totschlag.

Die Nebenklage schätzt den Sachverhalt anders ein. So legte der Nebenklagevertreter Sebastian Scharmer vor dem Landgericht dar, dass es sich bei dem Fall um einen rassistisch motivierten Mord handeln würde und stellte den Antrag, den rechtlichen Hinweis zu erteilen, dass auch Verurteilungen wegen Mordes bei E. und wegen Körperverletzung mit Todesfolge bei K. in Betracht kommen können. Er nahm dabei Bezug auf das Mordmerkmal der niederen Beweggründe. Damit ist die Kritik am Umgang der Ermittlungsbehörden mit dem Mord und der nicht ausreichenden Würdigung der politischen Hintergründe der Täter, die sowohl aus dem Familien- und Freundeskreis von Kamal und durch den Initiativkreis Antirassismus erhoben wurde, auch vor Gericht angekommen.

Im Rahmen des 1. Prozesstages wurde lediglich die Anklageschrift verlesen, die Rechtsanwalt Sebastian Scharmer mit einem 5-seitigen Antrag ergänzte. Der Rechtsbeistand des Angeklagten Daniel K. kündigte zudem an, dass sein Mandant sich am folgenden Prozesstag geständig einlassen werden wird.
Die Verhandlung wird am 24.6.11 um 9 Uhr am Landgericht fortgesetzt. Weitere Termine sind bisher für den 4., 7. und 8. Juli angesetzt. Beginn ist jeweils 9 Uhr.

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