Archiv für Februar 2012

5. Prozesstag und eigentlicher Prozessauftakt gegen die mutmaßlichen Mörder von Andre K.

Am 24.2.12 fand am Landgericht in Leipzig der Prozess gegen sechs Männer, denen Totschlag bzw. unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen wird, seine Fortsetzung. Fünf von ihnen sollen am 25.5.2011 in Oschatz den wohnungslosen André K. mit Tritten und Schlägen so schwer verletzt haben, dass dieser wenige Tage später verstarb. Der sechste soll sich in der Nähe des Tatortes befunden und weder eingegriffen noch im Nachhinein die Polizei verständigt haben. Seit dem Prozessauftakt am 6.12.11 hatten so genannte „Schiebetermine“ stattgefunden, in denen nicht unmmittelbar den Tathergang betreffende Fragen abgearbeitet wurden. (mehr…)

Zum bundesweiten Gedenktag: Anerkennung aller Todesopfer rechtsextremer Gewalt!

(publikative.org, 23.2.2012) Mit der Anerkennung der zehn Opfer des NSU hat die Bundesregierung ihre Statistik der Todesopfer rechtsextremer Gewalt auf 58 erhöht. Erneut wurde jedoch die Chance verpasst, die offizielle Zahl der von Neonazis Ermordeten zu überprüfen. (mehr…)

Anerkennung von zwei weiteren Todesopfern rechter Gewalt – Diskrepanz zwischen Zahlen bleibt

Das sächsische Innenministerium hat die Zahlen der Opfer, die seit 1990 in Sachsen durch rechts motivierte Gewalt zu Tode gekommen sind, überprüft und korrigiert. Demnach werden nun auch Patrick Thürmer (getötet 1999 während einer Schlägerei zwischen Neonazis und Punks in Hohenstein-Ernstthal, Tatmotiv: Hass auf politische Gegner) und Achmeld Bachir (erstochen 1996 im Zuge eines Übergriffes auf den Gemüseladen in Leipzig, in dem er arbeitete, Tatmotiv: Rassismus). (mehr…)

Kamal offiziell als Opfer rechter Gewalt anerkannt

Am 20.2. hat der Tagesspiegel bekannt gemacht, dass Kamal Kilade (ermordet am 24.10.2010 in Leipzig) Eingang in die offizielle Statistik politisch motivierter Kriminalität gefunden hat. Mit den zehn bestätigten Opfern der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ wächst damit die Zahl der offiziell anerkannten Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 auf 58. Es bleibt eine Differenz von 90 zur Statistik, die von JournalistInnen von Zeit und Tagesspiegel geführt wird.
Für die Familie von Kamal ist dieses Anerkenntnis ein seichtes Trostpflaster. Ihr Sohn, Bruder und Freund wird nicht zurückkehren. Solang rechte Gewalt derartige Blüten treibt, kann kein Frieden mit den gesellschaftlichen Zuständen geschlossen werden.

„Akt der Peinlichkeit“

Keine Straße für Marwa Al-Sherbini. CDU verhindert im Dresdner Stadtrat Ehrung der ermordeten Ägypterin. Bürgermeister will weitere Möglichkeiten prüfen (mehr…)