Ausstellung „Gewalt gegen Wohnungslose im Nationalsozialismus und heute“

Um die Gewalt gegen Wohnungslose und sozial marginalisierte Menschen sichtbar zu machen, zeigt die Opferberatung des RAA Sachsen e.V. die Wanderausstellung der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. vom 16.11. bis 23.11. in der unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses in Leipzig.

Vor einem Jahr wurde der wohnungslose André K. von mindestens fünf Tätern in Oschatz mit Schlägen und Tritten so schwer verletzt, dass er an seinen Verletzungen verstarb.
In Leipzig erlag der wohnungslose Karl-Heinz Teichmann seinen massiven Verletzungen, nachdem er am 23.Juli 2008 von einem 18-jährigen Neonazi brutal zusammengeschlagen und -getreten wurde.

Seit 1990 wurden in Sachsen fünf Menschen aufgrund ihrer Wohnungslosigkeit oder anderer sozialdarwinistischer Gründe ermordet. Die Ausstellung thematisiert die historische Dimension sozialdarwinistischer Ausgrenzung und gedenkt denjenigen, die in der Zeit des Nationalsozialismus als sogenannte »Asoziale« verfolgt und ermordet worden sind. Dokumentiert sind in der Ausstellung die damals durchgeführten »rassehygienischen« Maßnahmen ebenso wie die Verschleppung von wohnungslosen Menschen in Arbeitshäuser und Konzentrationslager. Erweitert wird die Ausstellung durch Tafeln gegenwärtiger Ausgrenzung und Gewalt gegen Wohnungslose.

*Am Freitag, den 16.11.2012 um 11 Uhr wird die Ausstellung mit einer Diskussionsveranstaltung eröffnet, zu der wir Sie herzlich einladen möchten. Geladen ist Dirk Stegmann, Mitglied des Arbeitskreises „Marginalisierte – gestern und heute“, der mit einem Vortrag in die Thematik einführen wird.* Wie der gesellschaftliche Blick auf marginalisierte Menschen und die sozialen Bedingungen unter denen diese leben müssen, Gewalt gegen Wohnungslose begünstigt und warum wir dabei von einer rechten Tatmotivation sprechen, soll Gegenstand der Veranstaltung sein und Anlass zum diskutieren geben.


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