Leipziger Rede 2016

Die „Leipziger Rede“ ist eine Plattform, die den Anspruch Leipzigs, eine weltoffene und tolerante Stadt zu sein, einem Realitätscheck unterzieht.

Dabei kommen nicht Vertreter_innen von Verwaltung, Politik, Polizei oder Kirche zu Wort, sondern jene Menschen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben. Die Wahrnehmung von Rassismus Betroffener wird dementsprechend an diesem Abend im Fokus stehen.

Es besteht die Notwendigkeit zuzuhören und das Gehörte im Nachgang mit dem eigenen Denken und Handeln abzugleichen und Konsequenzen daraus zu ziehen. Nicht erst mit dem Aufkommen von Pegida/Legida bzw. den rassistischen Aufmärschen und Angriffen auf Geflüchtete und deren Unterkünfte ist eine Auseinandersetzung, wie sie die „Leipziger Rede“ ermöglicht, erforderlich.

Der traurige Anlass der „Leipziger Rede“ ist der mittlerweile sechste Todestag des in Leipzig ermordeten Kamal K.

Der junge Kamal wurde das Opfer zweier Neonazis, die ihn in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes in der Nacht zum 24.10.2010 mit mehreren Messerstichen ermordeten. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte.

In Leipzig ist Kamal K. somit das achte Todesopfer rechts-motivierter Gewalt seit 1990. Des Weiteren gibt es zwei Verdachtsfälle. Leipzig liegt damit bundesweit hinter Berlin und Lübeck an zweiter Stelle rechts-motivierter Morde.

Rassismus beginnt nicht erst mit Gewalt und gewollter Ausgrenzung und auch nicht erst mit dem Schüren von Vorurteilen. Rassismus ist komplexer und wirkt viel subtiler. Die Redner_innen geben an diesem Abend den Anwesenden die Möglichkeit, eine Erfahrung zu machen, die sie sensibilisieren soll, die Unbewusstes bewusst werden lässt.

„Leipziger Rede“ am 1. November 2016:

Im Festsaal (Raum 257) des Neuen Leipziger Rathauses (Martin-Luther-Ring 4-6), Einlass ab 18:30 Uhr.