Archiv für November 2017

Weiterer Beitrag der Leipziger Rede 2017

Nachfolgend ein weiterer Beitrag, der bei der „Leipziger Rede 2017″ gehalten wurde:

Mein Name ist … und das Problem heißt Rassismus.

Ich befinde mich Regionalzug auf dem Weg zurück von der Arbeit. An der nächsten Haltestelle steigen zwei halbstarke, weiße junge Männer ein. Bierfalsche in der Hand, „Ausländer hängen“ Spruch auf dem T-Shirt. Sie schauen sich um und setzen sich ganz gezielt neben mich. Sie hören mich eine halbe Stunde lang im muttersprachlichem Deutsch telefonieren. Ich setze mich nicht weg. Niemals. Ich kenne diese Situation, ich weiß was kommt. Schon bald beginnt einer der beiden mich zu provozieren. Immer wieder ruft er „Old Shatterhand“. Ich habe Karl May nie gelesen. Dann folgen vermeintliche ‚Indianerlaute’ und weiteres. Das geht 30 Minuten. Der Zug ist voll, alle bekommen das mit. Und dann stehe ich auf… bevor ich einen Konflikt eingehe den an dieser Stelle nicht gewinnen kann stehe ich auf und gehe. (mehr…)

Leipziger Rede 2017 – Ein Beitrag

Nachfolgend ein Beitrag, der bei der „Leipziger Rede 2017″ gehalten wurde:

Hallo,
ich bin Alisa.
Ich komme aus Leipzig und in meinem heutigen Redebeitrag werde ich mein Aufwachsen als Schwarze Person in dieser Stadt schildern. Diese Stadt, die sich so gerne als weltoffen und tolerant darstellt.

Es ist erstaunlich, wie man vom ach so süßen Schokobaby, was alle haben wollen, ein paar Jahre später zur Angriffsfläche für rassistische Anfeindungen wird.
Das zu verstehen und einzuordnen war schwer für mich als Kind, gerade weil die Blicke und Anfeindungen von Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und irgendwie aus allen Ecken kamen.
Ich dachte früher: es gibt ja ganz schön viele Nazis, denn den Begriff des Rassismus kannte ich lange Zeit nicht.
Ein Beispiel, was das gut verdeutlicht, ist folgendes: (mehr…)