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16.10.2018: Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990

17.00 – 19.00 Uhr: Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990

Vortrag / Universität -Leipzig Campus Augustusplatz / S 015

Seit 1990 zählt die Amadeu-Antonio-Stiftung mindestens 184 Todesopfer „rechter Gewalt“ in Deutschland. In Leipzig wurden mindestens acht Menschen umgebracht, hinzu kommen zwei Verdachtsfälle. Damit weist Leipzig im bundesweiten Vergleich die zweithöchste Zahl an rechtsmotivierten Morden auf. Mit dem Vortrag soll an die Opfer gedacht und erinnert werden. Die Veranstaltung will über die Dimension rechter Gewalt in Leipzig aufklären.

Weiterer Beitrag der Leipziger Rede 2017

Nachfolgend ein weiterer Beitrag, der bei der „Leipziger Rede 2017″ gehalten wurde:

Mein Name ist … und das Problem heißt Rassismus.

Ich befinde mich Regionalzug auf dem Weg zurück von der Arbeit. An der nächsten Haltestelle steigen zwei halbstarke, weiße junge Männer ein. Bierfalsche in der Hand, „Ausländer hängen“ Spruch auf dem T-Shirt. Sie schauen sich um und setzen sich ganz gezielt neben mich. Sie hören mich eine halbe Stunde lang im muttersprachlichem Deutsch telefonieren. Ich setze mich nicht weg. Niemals. Ich kenne diese Situation, ich weiß was kommt. Schon bald beginnt einer der beiden mich zu provozieren. Immer wieder ruft er „Old Shatterhand“. Ich habe Karl May nie gelesen. Dann folgen vermeintliche ‚Indianerlaute’ und weiteres. Das geht 30 Minuten. Der Zug ist voll, alle bekommen das mit. Und dann stehe ich auf… bevor ich einen Konflikt eingehe den an dieser Stelle nicht gewinnen kann stehe ich auf und gehe. (mehr…)

Leipziger Rede 2017 – Ein Beitrag

Nachfolgend ein Beitrag, der bei der „Leipziger Rede 2017″ gehalten wurde:

Hallo,
ich bin Alisa.
Ich komme aus Leipzig und in meinem heutigen Redebeitrag werde ich mein Aufwachsen als Schwarze Person in dieser Stadt schildern. Diese Stadt, die sich so gerne als weltoffen und tolerant darstellt.

Es ist erstaunlich, wie man vom ach so süßen Schokobaby, was alle haben wollen, ein paar Jahre später zur Angriffsfläche für rassistische Anfeindungen wird.
Das zu verstehen und einzuordnen war schwer für mich als Kind, gerade weil die Blicke und Anfeindungen von Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und irgendwie aus allen Ecken kamen.
Ich dachte früher: es gibt ja ganz schön viele Nazis, denn den Begriff des Rassismus kannte ich lange Zeit nicht.
Ein Beispiel, was das gut verdeutlicht, ist folgendes: (mehr…)

Leipziger Rede 2017

Der traurige Anlass der Leipziger Rede ist der mittlerweile siebte Todestag des in Leipzig ermordeten Kamal K. Der junge Kamal wurde das Opfer zweier Neonazis, die ihn in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes in der Nacht zum 24.10.2010 mit mehreren Messerstichen ermordeten. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte.

In Leipzig ist Kamal K. somit das achte Todesopfer rechtsmotivierter Gewalt seit 1990. Des Weiteren gibt es zwei Verdachtsfälle. Leipzig liegt damit bundesweit hinter Berlin und Lübeck an zweiter Stelle rechts-motivierter Morde.

Die mediale Präsenz von rassistisch motivierten Übergriffen auf Asylsuchende und deren Unterkünfte hat zwar scheinbar nachgelassen, doch sind diese in Leipzig und Sachsen nach wie vor Alltag. Kann man also von Leipzig als einer „weltoffenen und toleranten“ Stadt sprechen?

Wie sieht es damit in der Realität aus? Vor allem wie sieht es damit aus, wenn man nicht in das vermeintliche Bild einer deutschen Mehrheitsgesellschaft passt?

Um diese Frage näher zu beleuchten, möchten wir eben diejenigen zu Wort kommen lassen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Rassismus machen mussten.

Wir laden an diesem Abend Personen der Leipziger Politik, des öffentlichen Lebens sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst und Kultur ein. Aber dieser Abend steht auch allen Schülerinnen und Schülern und Studierenden offen, die sich mit dieser Thematik näher auseinandersetzen möchten.

Dienstag, den 24.10.2017
Beginn 19:00 Uhr | Einlass ab 18:30 Uhr
„Bläser-Saal“ der Hochschule für Musik und Theater
Grassistraße 1 | 04107 Leipzig

Gefördert vom Bundesprojekt „Demokratie leben!“.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!

Die Gruppe „Rassismus tötet!“ – Leipzig veranstaltet dieses Jahr eine Reihe unter dem Motto „Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!“ auf die verwiesen wird. (mehr…)

Leipziger Rede 2016

Die „Leipziger Rede“ ist eine Plattform, die den Anspruch Leipzigs, eine weltoffene und tolerante Stadt zu sein, einem Realitätscheck unterzieht.

Dabei kommen nicht Vertreter_innen von Verwaltung, Politik, Polizei oder Kirche zu Wort, sondern jene Menschen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben. Die Wahrnehmung von Rassismus Betroffener wird dementsprechend an diesem Abend im Fokus stehen. (mehr…)

Ausstellung:“Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990”

Seit 1990 zählt die Amadeu-Antonio-Stiftung mindestens 184 Todesopfer “rechter Gewalt” in Deutschland. In Leipzig wurden mindestens acht Menschen umgebracht, hinzu kommen zwei Verdachtsfälle. Nach diesem aktuellem Recherchestand weist Leipzig damit im bundesweiten Vergleich die zweithöchste Zahl an rechtsmotivierten Morden auf. (mehr…)

22.10.2015 Rundgang zu Rechten Morden

Rechte Morde ereigneten sich in Leipzig in den überwiegenden Fällen an öffentlichen Orten: in Parks, auf der Straße, in der Straßenbahn.
Teilweise waren unbeteiligte Dritte anwesend. Mit einem Rundgang wollen wir einige dieser Orte gemeinsam aufsuchen und uns ein Bild über die Tatorte und damit einhergehende Tatumstände verschaffen.

Wann: Donnerstag, 22.10. um 17 Uhr

Wo: Kirche am Schletterplatz

20.10.2015 „Leipziger Rede“

Am 24. Oktober 2015 jährt sich der Todestag des in Leipzig ermordeten Kamal K. zum fünften Mal. Der junge Kamal K. wurde das Opfer zweier Neonazis, die ihn in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes mit mehreren Messerstichen ermordeten. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte.

In Leipzig ist Kamal K. somit das achte Todesopfer rechts-motivierter Gewalt seit 1990. Zusätzlich gibt es zwei Verdachtsfälle. Leipzig liegt damit bundesweit hinter Berlin und Lübeck an zweiter Stelle rechts-motivierter Morde.

Seit mehr als einem halben Jahr beschäftigt sich die Leipziger Stadtgesellschaft mit den rassistischen Protesten von Legida/Pegida und anderen rechten Gruppen. Immer häufiger kommt es in Leipzig und ganz Sachsen zu Übergriffen auf Asylsuchende und deren Unterkünfte. Kann bei dieser andauernden Mobilisierung von menschenfeindlichen Protesten in Leipzig noch von einer „weltoffenen und toleranten“ Stadt gesprochen werden? Wie sieht es in der Realität aus? Um diese Frage näher zu beleuchten, möchten wir gerne diejenigen zu Wort kommen lassen, die persönlich Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben. (mehr…)

Uni-Leipzig 8.10.-23.10.: „Die verschwiegenen Toten Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990″

Seit 1990 zählt die Amadeu-Antonio-Stiftung mindestens 184 Todesopfer “rechter Gewalt” in Deutschland. In Leipzig wurden mindestens acht Menschen Opfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsfälle. Damit weist Leipzig im bundesweiten Vergleich die zweithöchste Zahl an rechtsmotivierten Morden auf. Mit der Ausstellung „Die verschwiegenen Toten – Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig“ will der Initiativkreis Antirassismus für die offizielle Anerkennung der Toten als “Opfer rechter Gewalt” eintreten und dem Schweigen über dieses Thema entgegentreten. Die einzelnen Morde erfordern eine kritische Auseinandersetzung mit deren Ursachen in unserer Gesellschaft, die diese Taten erst ermöglicht haben. Die Opfer verdienen es, sich ihrer zu erinnern.

Die Ausstellung wird vom 8.Oktober bis zum 23.Oktober im Hörsaalgebäude der Universität Leipzig zu sehen sein.
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