Initiativkreis Antirassismus Leipzig http://initiativkreis.blogsport.de Das Problem heißt Rassismus! Fri, 12 Oct 2018 10:17:01 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en 16.10.2018: Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990 http://initiativkreis.blogsport.de/2018/10/12/16-10-die-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/ http://initiativkreis.blogsport.de/2018/10/12/16-10-die-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/#comments Fri, 12 Oct 2018 10:16:29 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2018/10/12/16-10-die-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/

17.00 – 19.00 Uhr: Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990

Vortrag / Universität -Leipzig Campus Augustusplatz / S 015

Seit 1990 zählt die Amadeu-Antonio-Stiftung mindestens 184 Todesopfer „rechter Gewalt“ in Deutschland. In Leipzig wurden mindestens acht Menschen umgebracht, hinzu kommen zwei Verdachtsfälle. Damit weist Leipzig im bundesweiten Vergleich die zweithöchste Zahl an rechtsmotivierten Morden auf. Mit dem Vortrag soll an die Opfer gedacht und erinnert werden. Die Veranstaltung will über die Dimension rechter Gewalt in Leipzig aufklären.

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Weiterer Beitrag der Leipziger Rede 2017 http://initiativkreis.blogsport.de/2017/11/29/weiterer-beitrag-der-leipziger-rede/ http://initiativkreis.blogsport.de/2017/11/29/weiterer-beitrag-der-leipziger-rede/#comments Wed, 29 Nov 2017 13:09:46 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2017/11/29/weiterer-beitrag-der-leipziger-rede/ Nachfolgend ein weiterer Beitrag, der bei der „Leipziger Rede 2017″ gehalten wurde:

Mein Name ist … und das Problem heißt Rassismus.

Ich befinde mich Regionalzug auf dem Weg zurück von der Arbeit. An der nächsten Haltestelle steigen zwei halbstarke, weiße junge Männer ein. Bierfalsche in der Hand, „Ausländer hängen“ Spruch auf dem T-Shirt. Sie schauen sich um und setzen sich ganz gezielt neben mich. Sie hören mich eine halbe Stunde lang im muttersprachlichem Deutsch telefonieren. Ich setze mich nicht weg. Niemals. Ich kenne diese Situation, ich weiß was kommt. Schon bald beginnt einer der beiden mich zu provozieren. Immer wieder ruft er „Old Shatterhand“. Ich habe Karl May nie gelesen. Dann folgen vermeintliche ‚Indianerlaute’ und weiteres. Das geht 30 Minuten. Der Zug ist voll, alle bekommen das mit. Und dann stehe ich auf… bevor ich einen Konflikt eingehe den an dieser Stelle nicht gewinnen kann stehe ich auf und gehe.

Wisst ihr, dass diese Situation ein absoluter Klassiker im Alltag von den meisten schwarzen Menschen in Leipzig ist? So oft und so alltäglich.

Jedes Mal frage ich mich: Wann hört das endlich auf?
Falsch. Das ist die falsche Frage. Ich finde: Die richtige oder wichtigere Frage für all jene die grundlegend etwas am Rassismus in Leipzig verändern möchten lautet: Wie hat Rassismus angefangen? Wo kommt Rassismus her?
Für mich sind physische und psychische Übergriffe absolut anstrengend aber nur ein Endprodukt von gesellschaftlichen Strukturen.
Deswegen erzähle ich die Geschichte jetzt nochmal von vorne.

Mein Name ist … und das Problem heißt Rassismus.
Ich bin in ca. 4000 Metern Höhe geboren, in den bolivianischen Anden. Ich bin adoptiert. Man sieht es. Meine Eltern sind weiß, mein Bruder und ich sind braun.
Meine Eltern mussten sich zwischen einem Kind aus Indien und Bolivien entscheiden. Damals. Weil die Adoptionsagentur begründete, dass Kinder aus verschiedenen Ländern sich nicht gut vertragen. Sie entschieden sich für Bolivien, weil ihnen die Spanische Sprache vertrauter war. „Das passt einfach besser zu uns.“

Der Moment kam. Sie weinten vor Glück als sie mich im Arm hielten. Ich weinte wahrscheinlich aus Trauer und Angst. Seit einiger Zeit weiß ich, dass der europäische Kolonialismus die indigenen Inka in Bolivien ausgebeutet und nahezu ausgelöscht hat. Meine leibliche Mutter, sowie alle indigenen Menschen in Südamerika, tragen noch heute die Konsequenzen dafür. Sie leben in bitterer Armut und einer instabilen Gesellschaft. Der bolivianische Anwalt riet damals meinen Eltern sich als weiße Menschen nicht ohne bolivianische Begleitung mit uns zu zeigen. Wenn Europäer nach Bolivien kommen um Kinder mitzunehmen stößt das auf Unmut. Meine leibliche Mutter hatte, anders als meine deutschen Eltern, eigentlich keine Wahl. Sie musste meinen weißen Eltern vertrauen, dass es mir in Deutschland bessergehen wird. Irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass das nicht okay war. War das Rassismus?

In dem Gymnasium in dem ich zu Schule ging wurden mehrmals im Jahr für Bolivien Spenden gesammelt. Ich hatte dabei immer ein ganz komisches Gefühl. Ist das eine Reparationszahlung? Oder ist das die Fortsetzung einer uraltbegründeten Abhängigkeitsbeziehung? Ich frage mich was die vielen weißen Abiturientinnen die ich in Bolivien kennengelernt habe denken, wenn sie für sechs Monate drogenabhängigen, verwaisten Kindern betreuen. Fühlen sie sich wie Old Shatterhand?

Das Problem heißt Rassismus.

Rassismus war für meine Eltern nie ein Thema aber sie fürchteten sich vor dem anders sein. Sie fürchteten sich davor, was passiert, wenn rauskommt, dass mein Bruder und ich anders aussehen, anders sind. Deswegen haben sie, wie so viele andere Eltern, die Erziehungsstrategie gewählt die mich definitiv und für immer vor dieser Realität schützen sollte: Nicht-auffallen. Sie haben mich damit zum „schweigen“ und zum unsichtbar sein erzogen. Das konnte ich wirklich gut.
Das ging so weit, dass fremde Menschen meine langen glatten schwarzen Haare und meine braune Haut schon als Kind anfassten obwohl es mich störte.

Das ging so weit, dass ich mich eines Tages als Pocahontas verkleiden wollte. Zum Karneval. Alle nannten mich so, also wieso sollte ich nicht einfach mal ein Karnevalskostüm anziehen, dass mir wirklich gutsteht, anstatt immer nur Prinzessin. Mit den Worten „Dann verarschst du dich doch selber“, wurde es mir von meinen Eltern verboten. Ich hab es nicht verstanden, denn ich war 10 Jahre alt. Erst später im Gymnasium habe ich dann verstanden, dass es total daneben ist, wenn mich Mitschülerinnen permanent mit einer verklärten Zeichentrickrolle vergleichen.

Das ging so weit, dass mein Bruder und ich, 23-jährig, schwiegen als ein Freund unserer Eltern meinte, dass in der Nationalelf keine erkennbaren Deutschen mehr mitspielen und auf Boateng verwies.
Das ging so weit, dass meine Mutter noch heute immer wieder daran zweifelt ob ich europäisch genug bin.
Erzogen und sozialisiert wurde ich dazu zu denken, dass ich weiß bin.
Erzogen und sozialisiert wurde ich jedoch dazu zu wissen, dass ich nicht weiß bin.

Das Problem heißt Rassismus.

Rassismus ist nicht dasselbe wie Ausländerfeindlichkeit. Ich bin nicht ausländisch und trotzdem werde ich anders behandelt. Rassismus hat eben oft und vor allen Dingen mit äußerlichen Merkmalen zu tun. Meine Eltern haben versucht mich und meinen Bruder so gut es geht europäisch zu kleiden und zu stylen. Je weniger wir aufgefallen sind, desto beruhigter waren sie, desto stolzer. Desto mehr wollte ich diesem Ideal entsprechen. Die Pointe ist, dass ich und mein Bruder immer aufgefallen sind. Mal gerade weil wir so herrlich europäisch auftraten oder gerade weil wir dies nie sein konnten. Schon oft hörten wir den Satz „Also für eine Bolivianerin bist du wirklich hübsch“ oder „SO einen hübschen Jungen aus Bolivien haben wir ja noch nie gesehen.“ Was sollen diese Sätze bedeuten? Diese Sätze bedeuten, dass obwohl ich nicht weiß bin, bin ich überraschend gut. Das ist Rassismus.

Wiederum in anderen Situationen finden Menschen es ganz toll, dass ich anders aussehe und wahrscheinlich anders bin. Das fängt bei weißen Männern an die eine „Schwäche für Latinas“ haben und hört bei Südamerika Touristen im Fairtrade Shop auf, die mir wortwörtlich auflauern um mir zu sagen wie toll es ist, dass ich aus Bolivien komme und wann ich wieder zurückgehe. Auch die Frage „woher kommst du?“ finden viele weiße Menschen total spannend und deswegen total legitim. Für mich macht diese Frage absolut keinen Sinn. Niemanden geht etwas an, dass ich adoptiert bin.

An alle weißen Menschen die es betrifft: Ich bin niemals eure Dekoration und niemals jemand an dem man seine paternalistischen Fantasien ausleben kann. Ich bin nicht Winnetou oder Pocahontas und ich brauche keinen Old Shatterhand. Niemals. Das Problem heißt Rassismus.

Also, woher kommt Rassismus? Rassismus ist der fortgeführte Machtmissbrauch und die gefühlte sowie tatsächliche Überlegenheit über mich, nur weil ich anders aussehe. Als die Spanier Südamerika eroberten, fühlten sie sich kulturell überlegen. Sie waren diejenigen, die die Macht hatten indigene Menschen zu unterdrücken. Wenn mich heute ein Nazi in den öffentlichen Verkehrsmitteln rassistisch beleidigt oder zuweilen körperlich bedroht dann verspürt er ebenfalls Macht. Er weiß, dass ihm nichts passiert. Die Macht ist aber auch auf Seiten weißer Menschen die nicht eingreifen und zuschauen. Sie wissen auch, dass ihnen nichts passiert. Sie sind nicht das Ziel. Das ist Rassismus.

In der Situation die ich zu Beginn geschildert habe, telefonierte ich mit meiner Mutter. Als die rassistischen Provokationen nach einer halben Stunde zu viel wurden, habe ich unter einem Vorwand das Gespräch mit ihr beendet. Als ich am Leipziger Hauptbahnhof ankam erzählte ich ihr warum ich so schnell aufgelegt hatte. Sie war traurig und ratlos, helfen konnte sie mir nicht. Wie schlimm muss das sein, wenn man seine Kinder selber nicht vor Rassismus schützen kann und ihnen auch nie beigebracht hat sich davor zu schützen?

Meine Eltern sind nur ein ganz kleiner Teil von einer Gesellschaft die schweigend mitmacht und sich rassistischen und post-kolonialistischen Denkweisen fügt. Und ich finde, keine weiße Person hat das Recht meine Eltern dafür zu verurteilen bevor er oder sie sich nicht selber in Frage gestellt hat. Ich würde mir wünschen, dass jeder seine eigenen Möglichkeiten prüft Rassismus entgegen zu treten. Der erste Schritt dahin wäre offen zu sagen: Das Rassismus ein Problem ist.

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Leipziger Rede 2017 – Ein Beitrag http://initiativkreis.blogsport.de/2017/11/17/leipziger-rede-2017-ein-beitrag/ http://initiativkreis.blogsport.de/2017/11/17/leipziger-rede-2017-ein-beitrag/#comments Fri, 17 Nov 2017 14:01:44 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2017/11/17/leipziger-rede-2017-ein-beitrag/ Nachfolgend ein Beitrag, der bei der „Leipziger Rede 2017″ gehalten wurde:

Hallo,
ich bin Alisa.
Ich komme aus Leipzig und in meinem heutigen Redebeitrag werde ich mein Aufwachsen als Schwarze Person in dieser Stadt schildern. Diese Stadt, die sich so gerne als weltoffen und tolerant darstellt.

Es ist erstaunlich, wie man vom ach so süßen Schokobaby, was alle haben wollen, ein paar Jahre später zur Angriffsfläche für rassistische Anfeindungen wird.
Das zu verstehen und einzuordnen war schwer für mich als Kind, gerade weil die Blicke und Anfeindungen von Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und irgendwie aus allen Ecken kamen.
Ich dachte früher: es gibt ja ganz schön viele Nazis, denn den Begriff des Rassismus kannte ich lange Zeit nicht.
Ein Beispiel, was das gut verdeutlicht, ist folgendes:

Als ich zum ersten und letzten Mal im Ferienlager war, gab es einige Kinder, die mich und meine Schwester rassistisch beleidigten und ausgrenzten. Ein Junge im Portugaltrikot ist mir gut in Erinnerung geblieben.
Ich habe nicht verstanden wie er als Fan einer ausländischen Fußball Mannschaft, eine vermeintliche Ausländerin beleidigen kann.
Das man rassistisch sozialisiert wird und trotzdem Portugal Fan sein kann, wurde mir viel später klar.

Anfang der 2000er in Leipzig, war man noch häufiger als heute in vielen Orten, die einzige PoC Person. Und wahrscheinlich für viele auch die erste, die sie je gesehen haben.
Ich habe dadurch gelernt, dass mein Aussehen, meine Hautfarbe für viele etwas Ungewöhnliches oder sogar ein Problem ist.

Dadurch entwickelte sich der Wunsch, irgendwo „richtig“ dazu zu gehören und die Frage, wer soll ich eigentlich sein?

Die in der Gesellschaft verbreiteten und sehr einseitigen Bilder über Schwarzen Personen wirkten stark auf meine Identitätsfindung.

Die Rassismen und Bilder die über eine Schwarzen Person existieren, sind beispielsweise: man kennt sich mit Afrika aus, kann gut tanzen und singen und spricht auf jeden Fall mindestens noch eine andere Sprache neben Deutsch. Oft befand ich mich im Zwiespalt zwischen „zu den anderen weißen“ dazugehören zu wollen oder dem Bild einer Schwarzen Person zu entsprechen.
Einerseits empfand ich die Erwartungen als absurd, andererseits waren das auch die Bilder, die ich kannte. Dadurch bekam ich ein schlechtes Gewissen, da ich diese Vorstellungen einer typischen Schwarzen nicht erfüllte, aber dem Bild des weißen blonden Mädchens konnte ich erst Recht nicht entsprechen, auch wenn ich früher einiges dafür gegeben hätte.

Im Zuge meines Älterwerdens fing ich an, mich mit dem Thema Rassismus theoretisch auseinanderzusetzen. Anfangs vor allem in anderen Länder wie Südafrika und der USA.
Über das Thema fand ich wenig in Bezug auf Deutschland. Das änderte sich in den letzten Jahren.
Die Theoretische Beschäftigung eröffnete mir andere Betrachtungsweisen und gibt mir die Möglichkeit, Erfahrungen rationaler zu betrachten und in bestimmte Kontexte zu setzen.
Die Erlebnisse in meiner Kindheit nun mit treffenden Begriffen benennen zu können, half mir beim Verarbeiten dieser.

Auf emotionaler Ebene verstand ich, dass ich nicht alleine dastehe, sondern mit vielen anderen Menschen ähnliche Erfahrungen teile. Außerdem konnte ich mir selber eingestehen, dass die Gefühle, wie Wut, Trauer und Unverständnis in Ordnung und normal sind.
So lernte ich offener und weniger schambelastet über Erfahrungen mit Rassismus zu sprechen und kann hier heute diese Rede halten.

Ich versuche Strukturen die hinter Rassismus stecken zu verstehen.
Zu erkennen das Rassismus auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft verankert ist und einen bestimmten Zweck in dem Kapitalstichen System erfüllt, ließ mich Beleidigungen etc. weniger persönlich nehmen

Direkten Rassismus erfahre ich persönlich auf zwei Arten.

Einerseits gibt es die offenen Anfeindungen, wie letztes Jahr als ich ein Gruppe von Männern im Späti, laut sagen hörte, „dass sie jetzt lieber den Laden verlassen, wenn hier auch ein N. einkauft“.

Auf diese Art von Rassismus reagiere ich heute sehr laut und aggressiv.
Denn ich habe kein Bock, dass diese Menschen denken, sie kämen damit einfach so durch.

Auf die für mich subtilere Form von Rassismus, wie Vorurteile und Zuschreibungen über meine Person auf Grund meines Aussehens. Bsp. Sind deine Haare echt? Hab ich oft keine Antwort.

Wenn zum Beispiel meine ehemalige Lehrerin mich zum xten-mal fragt, woher ich komme und welcher Religion ich angehöre, und sich dann freut, dass ich einen Vortrag zum Thema Kuba halte, „weil das ja super passt“, nicke und lächle ich meist nur.

Das schwierige für mich ist, dass ich weiß, dass bei den meisten keine böse Absicht dahinter steckt, und ich die Leute dann nicht vor den Kopf stoßen will und meist keine Lust auf eine Diskussion habe.
Trotz allem nervt es mich oft genug und lässt mich mit dem Gefühl des Anders- seins zurück.

Letztes Jahr arbeitete ich auf dem Weihnachtsmarkt. Am direkten Nebenstand wurden Schokoküsse verkauft.
Man kann sich sicherlich vorstellen, wie ein großer Teil der WeihnachstmarktbsucherInnen, diese nannte.
Ob alt, ob jung das Wort N-kuss ist immer noch sehr weit verbreitet. Anfangs fragte ich mich ob, die Leute es vielleicht einfach nicht besser wissen…
Doch immer häufiger hörte ich, den Beisatz: das darf man ja eigentlich nicht mehr sagen, es dann trotzdem taten. Wirklich erstaunt, hat mich dann die Beobachtung, dass einige erst „Schokokuss“ sagten, um sich im nächsten Satz zu korrigieren… es wirkte fast wie ein Festklammern an Rassismus.

Ich glaube nicht daran, dass Sprache die Strukturen dahinter krass verändert, aber für mich persönlich ist es super anstrengend den halben Tag das Wort „Neger“ zuhören. Genauso wünsche ich mir, dass die wenigen schwarzen Kinder, die ich auf dem Weihnachtsmarkt gesehen habe, nicht andauert damit konfrontiert werden.

Und in solchen Situationen wünsche ich mir mehr Reaktionen von unbeteiligten Personen.
Ich finde, dass es in diesen Tagen, in denen sich ganz deutlich zeigt, dass Rassismus kein Problem des rechten Randes ist, es um so wichtiger ist, sich öffentlich zu solidarisieren.

In meinen 25 Jahren, die ich in Leipzig wohne und verschiedenste rassistische Erfahrungen in öffentlichen Räumen gemacht habe, habe ich kaum direkte Unterstützung erlebt, sei es in Grünau oder Connewitz.

Danke fürs zu hören.

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Leipziger Rede 2017 http://initiativkreis.blogsport.de/2017/10/11/leipziger-rede-2017/ http://initiativkreis.blogsport.de/2017/10/11/leipziger-rede-2017/#comments Wed, 11 Oct 2017 15:46:08 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2017/10/11/leipziger-rede-2017/

Der traurige Anlass der Leipziger Rede ist der mittlerweile siebte Todestag des in Leipzig ermordeten Kamal K. Der junge Kamal wurde das Opfer zweier Neonazis, die ihn in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes in der Nacht zum 24.10.2010 mit mehreren Messerstichen ermordeten. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte.

In Leipzig ist Kamal K. somit das achte Todesopfer rechtsmotivierter Gewalt seit 1990. Des Weiteren gibt es zwei Verdachtsfälle. Leipzig liegt damit bundesweit hinter Berlin und Lübeck an zweiter Stelle rechts-motivierter Morde.

Die mediale Präsenz von rassistisch motivierten Übergriffen auf Asylsuchende und deren Unterkünfte hat zwar scheinbar nachgelassen, doch sind diese in Leipzig und Sachsen nach wie vor Alltag. Kann man also von Leipzig als einer „weltoffenen und toleranten“ Stadt sprechen?

Wie sieht es damit in der Realität aus? Vor allem wie sieht es damit aus, wenn man nicht in das vermeintliche Bild einer deutschen Mehrheitsgesellschaft passt?

Um diese Frage näher zu beleuchten, möchten wir eben diejenigen zu Wort kommen lassen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Rassismus machen mussten.

Wir laden an diesem Abend Personen der Leipziger Politik, des öffentlichen Lebens sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst und Kultur ein. Aber dieser Abend steht auch allen Schülerinnen und Schülern und Studierenden offen, die sich mit dieser Thematik näher auseinandersetzen möchten.

Dienstag, den 24.10.2017
Beginn 19:00 Uhr | Einlass ab 18:30 Uhr
„Bläser-Saal“ der Hochschule für Musik und Theater
Grassistraße 1 | 04107 Leipzig

Gefördert vom Bundesprojekt „Demokratie leben!“.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

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Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen! http://initiativkreis.blogsport.de/2017/07/15/aktiv-gedenken-statt-schweigend-vergessen/ http://initiativkreis.blogsport.de/2017/07/15/aktiv-gedenken-statt-schweigend-vergessen/#comments Sat, 15 Jul 2017 10:04:52 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2017/07/15/aktiv-gedenken-statt-schweigend-vergessen/ Die Gruppe „Rassismus tötet!“ – Leipzig veranstaltet dieses Jahr eine Reihe unter dem Motto „Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!“ auf die verwiesen wird.

Antifaschistisches Gedenken ist unerlässlich. Das überwiegende Schweigen der Gesellschaft zu rassistischen, sozialdarwinistischen, sexistischen, homosexuellenfeindlichen und antisemitischen Zuständen ist allgegenwärtig. Dieses Schweigen gilt es zu durchbrechen. So wurden in Leipzig seit 1990 mindestens 10 Menschen aus rechten Motiven ermordet. Seit 2011 fand deshalb in Leipzig eine jährliche Gedenkdemonstration für den 2010 von Neonazis ermordeten Kamal K. statt. Diese Demonstration war ein Gedenken an alle Opfer rechter Gewalt. Mit der Veranstaltungsreihe “Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!” soll über das weitere Jahr an Opfer rechter Gewalt erinnert werden.

Aktives Gedenken!

Das aktive Erinnern an rechte Gewalttaten und an die Konsequenzen, welche diese für die betroffenen Familien und Freund*innen haben, ist zentral für eine antifaschistische Politik. Der Blick auf den NSU-Komplex zeigt deutlich, dass die Arbeit parlamentarischer Untersuchungsausschüsse und Gerichtsverfahren kaum greifen. Erst durch das Eingreifen nichtstaatlicher Gruppen und Initiativen wird den Opfern, Betroffenen und deren Angehörigen ein angemessenes Gedenken ermöglicht.

Nicht nur, dass die Aufklärung rechter Gewalttaten häufig durch das Nichtbennen rassistischer Tatmotive behindert wird, sind es in der Regel staatliche Akteur*innen, die ein Erinnern im Sinne der Betroffenen verhindern oder sabotieren.

Das Anklagen rechter Übergriffe und das vehemente Erinnern daran muss politische Selbstverständlichkeit sein. Die Tat an sich verdeutlicht die gesellschaftlichen Zustände. Es sollte nicht zuletzt all denen, die als Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft frei von diskriminierenden Alltagserfahrungen sind und über allgegenwärtige Privilegien verfügen, vergegenwärtigen, welche tödlichen Konsequenzen menschenverachtende Einstellungen mit sich bringen.

Denkmal? Denk mal!

Ein Denkmal oder ein Gedenkstein ist eine klassische Forderung, um an rechte Morde oder Gewalttaten zu erinnern. Auch in Leipzig gibt es einen Gedenkort für Todesopfer rechter Gewalt seit 1990, jenen für Kamal K.. Doch nicht alle Todesopfer rechter Gewalt haben einen solchen Ort der Erinnerung erhalten. Denn eine Gedenktafel anlässlich einer rechtsmotivierten Gewalttat zu errichten, bedeutet für die städtische Politik lediglich negative Eigenwerbung.
Gedenkorte sind wichtig, weil sie ein Zeichen gegen das Vergessen und Verdrängen in einer Gesellschaft sein können. Oft werden rechte Morde als abegschlossene Ereignisse tituliert. Diese können jedoch nicht als singuläre Taten gesehen werden, sondern müssen in die gesellschaftlichen Kontinuitäten von Rassismus und rechter Gewalt in Deutschland und speziell hier in Leipzig betrachtet werden.

Gedenkorte sollen zudem ein dauerhafter Platz der Erinnerung für die Betroffenen und Hinterbliebenen sein. Aus diesem Grund möchten wir mit unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe „Aktiv Gedenken statt schweigend Vergessen!“ an all diese Menschen erinnern. Das werden wir auch an den Orten tun, an denen es bisher keine Erinnerung für die Ermordeten gibt.

Wir werden eine Reihe von Kundgebungen und Aktionen veranstalten und mit euch an die Orte fahren, die zu Tatorten rechter Gewalt wurden. Wir wollen damit eine Verknüpfung von Gedenkorten und konkreten politischen Forderungen herbeiführen:

■ Benennung der Ereignisse und ihrer dahinter stehenden menschenverachtenden Ideologien
■ Aufmerksamkeit für die Situation der Betroffenen
■ Auseinandersetzung mit den Ursachen rechter Gewalt

Denn eines darf nie vergessen werden: Ein Gedenkort bedeutet nicht gleichzeitig ein aktives Gedenken. Dieses gilt es immer wieder zu erneuern und mit der Gefahr rechter Gewalt im Hier und Jetzt in Verbindung zu bringen. Nach der Schaffung eines Gedenkortes darf der Diskurs um die Hintergründe der Taten nicht aufhören. Und an all den Tatorten wollen wir diese Debatte zu den Menschen in der Nachbarschaft tragen, die die Taten wahrscheinlich längst vergessen haben. Diesem Vergessen wollen und müssen wir entschieden entgegen wirken. Es gilt immer noch:

Kein Vergessen – Kein Vergeben.
Für ein aktives Gedenken.

“Rassismus tötet!” – Leipzig, Mai 2017

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Leipziger Rede 2016 http://initiativkreis.blogsport.de/2016/10/07/leipziger-rede-2016/ http://initiativkreis.blogsport.de/2016/10/07/leipziger-rede-2016/#comments Fri, 07 Oct 2016 15:35:12 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2016/10/07/leipziger-rede-2016/ Die „Leipziger Rede“ ist eine Plattform, die den Anspruch Leipzigs, eine weltoffene und tolerante Stadt zu sein, einem Realitätscheck unterzieht.

Dabei kommen nicht Vertreter_innen von Verwaltung, Politik, Polizei oder Kirche zu Wort, sondern jene Menschen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben. Die Wahrnehmung von Rassismus Betroffener wird dementsprechend an diesem Abend im Fokus stehen.

Es besteht die Notwendigkeit zuzuhören und das Gehörte im Nachgang mit dem eigenen Denken und Handeln abzugleichen und Konsequenzen daraus zu ziehen. Nicht erst mit dem Aufkommen von Pegida/Legida bzw. den rassistischen Aufmärschen und Angriffen auf Geflüchtete und deren Unterkünfte ist eine Auseinandersetzung, wie sie die „Leipziger Rede“ ermöglicht, erforderlich.

Der traurige Anlass der „Leipziger Rede“ ist der mittlerweile sechste Todestag des in Leipzig ermordeten Kamal K.

Der junge Kamal wurde das Opfer zweier Neonazis, die ihn in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes in der Nacht zum 24.10.2010 mit mehreren Messerstichen ermordeten. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte.

In Leipzig ist Kamal K. somit das achte Todesopfer rechts-motivierter Gewalt seit 1990. Des Weiteren gibt es zwei Verdachtsfälle. Leipzig liegt damit bundesweit hinter Berlin und Lübeck an zweiter Stelle rechts-motivierter Morde.

Rassismus beginnt nicht erst mit Gewalt und gewollter Ausgrenzung und auch nicht erst mit dem Schüren von Vorurteilen. Rassismus ist komplexer und wirkt viel subtiler. Die Redner_innen geben an diesem Abend den Anwesenden die Möglichkeit, eine Erfahrung zu machen, die sie sensibilisieren soll, die Unbewusstes bewusst werden lässt.

„Leipziger Rede“ am 1. November 2016:

Im Festsaal (Raum 257) des Neuen Leipziger Rathauses (Martin-Luther-Ring 4-6), Einlass ab 18:30 Uhr.

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Ausstellung:“Die verschwiegenen Toten – Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990” http://initiativkreis.blogsport.de/2016/10/07/ausstellungdie-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/ http://initiativkreis.blogsport.de/2016/10/07/ausstellungdie-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/#comments Fri, 07 Oct 2016 15:32:33 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2016/10/07/ausstellungdie-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/ Seit 1990 zählt die Amadeu-Antonio-Stiftung mindestens 184 Todesopfer “rechter Gewalt” in Deutschland. In Leipzig wurden mindestens acht Menschen umgebracht, hinzu kommen zwei Verdachtsfälle. Nach diesem aktuellem Recherchestand weist Leipzig damit im bundesweiten Vergleich die zweithöchste Zahl an rechtsmotivierten Morden auf. Mit der Ausstellung „Die verschwiegenen Toten – Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig“ soll den Opfern gedacht und erinnert werden. Ziel ist die offizielle Anerkennung der Toten als „Todesopfer rechter Gewalt“ sowie ein angemessener Umgang der Gesellschaft mit diesen Taten. Die einzelnen Morde erfordern eine Auseinandersetzung mit deren Ursachen, die diese Taten erst ermöglicht haben. Im Rahmen der Ausstellung soll über die Dimension rechter Gewalt in Deutschland und im Besonderen in Leipzig gesprochen werden. Zudem wird der politische, juristische und gesellschaftliche Umgang mit den Betroffenen und ihren Angehörigen thematisiert und die Notwendigkeit des aktiven Gedenkens an die Getöteten dargelegt werden.

Vom 3.-20.Oktober in der Universität Leipzig im 2.Obergeschoss des Hörsaalgebäudes

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22.10.2015 Rundgang zu Rechten Morden http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/13/22-10-2015-rundgang-zu-rechten-morden/ http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/13/22-10-2015-rundgang-zu-rechten-morden/#comments Tue, 13 Oct 2015 11:54:55 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/13/22-10-2015-rundgang-zu-rechten-morden/ Rechte Morde ereigneten sich in Leipzig in den überwiegenden Fällen an öffentlichen Orten: in Parks, auf der Straße, in der Straßenbahn.
Teilweise waren unbeteiligte Dritte anwesend. Mit einem Rundgang wollen wir einige dieser Orte gemeinsam aufsuchen und uns ein Bild über die Tatorte und damit einhergehende Tatumstände verschaffen.

Wann: Donnerstag, 22.10. um 17 Uhr

Wo: Kirche am Schletterplatz

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20.10.2015 „Leipziger Rede“ http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/07/20-10-2015-leipziger-rede/ http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/07/20-10-2015-leipziger-rede/#comments Wed, 07 Oct 2015 10:58:49 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/07/20-10-2015-leipziger-rede/ Am 24. Oktober 2015 jährt sich der Todestag des in Leipzig ermordeten Kamal K. zum fünften Mal. Der junge Kamal K. wurde das Opfer zweier Neonazis, die ihn in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes mit mehreren Messerstichen ermordeten. Kamal musste sterben, weil er nicht in das rassistische Weltbild seiner Täter passte.

In Leipzig ist Kamal K. somit das achte Todesopfer rechts-motivierter Gewalt seit 1990. Zusätzlich gibt es zwei Verdachtsfälle. Leipzig liegt damit bundesweit hinter Berlin und Lübeck an zweiter Stelle rechts-motivierter Morde.

Seit mehr als einem halben Jahr beschäftigt sich die Leipziger Stadtgesellschaft mit den rassistischen Protesten von Legida/Pegida und anderen rechten Gruppen. Immer häufiger kommt es in Leipzig und ganz Sachsen zu Übergriffen auf Asylsuchende und deren Unterkünfte. Kann bei dieser andauernden Mobilisierung von menschenfeindlichen Protesten in Leipzig noch von einer „weltoffenen und toleranten“ Stadt gesprochen werden? Wie sieht es in der Realität aus? Um diese Frage näher zu beleuchten, möchten wir gerne diejenigen zu Wort kommen lassen, die persönlich Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben.

Der Initiativkreis Antirassismus, lädt aus diesem Grund recht herzlich zur „Leipziger Rede“ am Dienstag, den 20. Oktober 2015 um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr), in den Festsaal des Neuen Rathauses ein. An diesem Abend werden Menschen über ihre Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung sprechen. Wir möchten gemeinsam ihnen zuhören und sie zu Wort kommen lassen.

Es werden Personen der Leipziger Politik, des öffentlichen Lebens sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst und Kultur im Auditorium anwesend sein.

Eine Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Leipzig.

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Uni-Leipzig 8.10.-23.10.: „Die verschwiegenen Toten Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990″ http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/07/uni-leipzig-8-10-23-10-die-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/ http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/07/uni-leipzig-8-10-23-10-die-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/#comments Wed, 07 Oct 2015 10:45:02 +0000 Administrator Allgemein http://initiativkreis.blogsport.de/2015/10/07/uni-leipzig-8-10-23-10-die-verschwiegenen-toten-todesopfer-rechter-gewalt-in-leipzig-seit-1990/ Seit 1990 zählt die Amadeu-Antonio-Stiftung mindestens 184 Todesopfer “rechter Gewalt” in Deutschland. In Leipzig wurden mindestens acht Menschen Opfer rechts-motivierter Gewalt; hinzu kommen zwei Verdachtsfälle. Damit weist Leipzig im bundesweiten Vergleich die zweithöchste Zahl an rechtsmotivierten Morden auf. Mit der Ausstellung „Die verschwiegenen Toten – Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig“ will der Initiativkreis Antirassismus für die offizielle Anerkennung der Toten als “Opfer rechter Gewalt” eintreten und dem Schweigen über dieses Thema entgegentreten. Die einzelnen Morde erfordern eine kritische Auseinandersetzung mit deren Ursachen in unserer Gesellschaft, die diese Taten erst ermöglicht haben. Die Opfer verdienen es, sich ihrer zu erinnern.

Die Ausstellung wird vom 8.Oktober bis zum 23.Oktober im Hörsaalgebäude der Universität Leipzig zu sehen sein.

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15.10. Rassistische Mobilisierungen – zurück in die 90er Jahre? 19 Uhr (Hörsaal 4, Uni Leipzig Hauptcampus)

Mit der Zunahme von internationalen Krisen und Kriegen steigen in auch Deutschland wieder die Zahlen von Menschen, welche hier Asyl suchen. Damit einher geht ebenso ein Anstieg von rassistischen Angriffen und Übergriffen auf Unterkünfte für Geflüchtete. Auch Brandanschläge wie in Tröglitz nehmen zu. In vielen Texten werden daher Vergleiche zu den Pogromen anfang der 90er Jahre in Deutschland wie in Hoyerswerda oder Rostock gezogen, doch ist dieser Vergleich gerechtfertigt? In der Veranstaltung sollen anhand von Dokumentationen und Videos Unterschiede und Gemeinsamkeiten diskutiert werden.

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